Ordnungsdezernent Werner Leonhardt verleiht Bürgern silberne Ehrennadeln der Aktion “Düsseldorfer Courage”
Mit der silbernen Ehrennadel der Aktion “Düsseldorfer Courage” hat Ordnungsdezernent Werner Leonhardt in Vertretung von Oberbürgermeister Joachim Erwin am Mittwoch, 27. Februar, zwölf couragierte Bürger – einen davon in Abwesenheit – ausgezeichnet. Getreu dem Motto der Kampagne “Handeln statt weggucken” hatten alle zwölf beherzt eingegriffen, als sie Zeugen von Straftaten wurden und andere Menschen ihre Hilfe brauchten. Mit dieser Ehrung wurden nun zum 13. Mal Bürger in der Landeshauptstadt Düsseldorf für ihre Courage geehrt. Die Zahl der bislang Geehrten steigt damit auf 85.
Ein Beispiel für couragiertes Verhalten lieferten Niklas (17), Julian (14) und Marco Rossi (42). Niklas Rossi beobachtete am 21. Februar 2007 gegen 13 Uhr vom Fenster seines Elternhauses aus, wie an der gegenüber liegenden Bushaltestelle Am Schönenkamp ein Mann die Bustür aufdrückte
und aus dem wartenden Bus eine Geldkassette stahl. Der 17-Jährige nahm auf Socken die Verfolgung des flüchtenden Täters auf. Wenig später stießen erst sein Vater Marco und dann sein Bruder Julian dazu und beteiligten sich an der Verfolgung. Der Vater alarmierte per Handy die Polizei. Der Täter zückte schließlich ein Klappmesser und bedrohte
die Verfolger, bevor er seine Flucht in Richtung Hoxbachstraße fortsetzte. Dort stieß ein unbekannter Helfer hinzu, der den Täter zu Fall brachte, dann aber wieder verschwand. Während des Sturzes verlor der Dieb sein Messer. Niklas Rossi nahm es und warf es in ein Gebüsch. Gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder hielt er den Mann fest, bis die Polizei eintraf. Bei dem Täter wurden noch viele technische Geräte gefunden, die vermutlich aus anderen Diebstählen stammten.
Der Courage von Erol Norman (24) ist es zu verdanken, dass ein Bankräuber festgenommen werden konnte. Der 24-jährige Taxiunternehmer war am Mittag des 26. April 2007 noch einmal in der Sparkasse an der Hansaallee zurückgekehrt, da er eine Überweisung vergessen hatte. Plötzlich stürzte ein Mann herein und brüllte “Hände hoch, Überfall, raus mit der Kohle!” Der Räuber war mit einer Pistole bewaffnet und packte das Geld, das er ausgehändigt bekam, in einen Stoffbeutel. Als er die Bank verließ, folgte ihm Erol Norman. Als der Taxiunternehmer knapp hinter dem Räuber war, ließ er sich fallen und schlug nach dem Stoffbeutel. Dadurch ließ der Räuber einen Teil der Beute fallen und flüchtete in eine Seitenstraße. “Die ganze Straße war voller 50-Euro-Scheine”, erinnert sich Norman. Während er das Geld einsammelte, kam ein Taxi aus der Seitenstraße. Norman vermutete, dass dies etwas mit dem Überfall zu tun hatte. Aufgrund seiner Hinweise – auch auf das Taxi
– konnte die Polizei den Bankräuber ermitteln und festnehmen.
Dank des beherzten Einsatzes von Ralf Ingo Wahl (43) konnte am 26. April 2007 ein jugendlicher Handtaschendieb gestellt werden. Der 43-Jährige wurde auf der Erich-Müller-Straße Zeuge, wie der Jugendliche eine 72-jährige Frau zu Boden stieß und ihre Einkaufstasche stahl. Der Täter flüchtete in Richtung Benrodestraße. Ralf Ingo Wahl folgte ihm bis zum Benrather Marktplatz, verlor ihn dort jedoch zunächst aus den Augen. An der Einmündung Benrodestraße, Görresstraße entdeckte er zunächst die gestohlene Tasche und nahm sie an sich. Wenig später sah er
auch den Täter wieder. Der Jugendliche versuchte noch, sich in einem Hauseingang zu verstecken, doch Wahl stellte ihn dort. Darauf folgte ihm der Jugendliche widerstandslos bis zur Polizeiinspektion Süd.
Durch die Alarmanlage in einer Nachbarwohnung in ihrem Wohnhaus wurde Justyne Josefa Mikulski (28) am 27. Juli 2007 auf zwei Männer aufmerksam. Sie verständigte sofort die Polizei und dirigierte die Beamten zu den Verdächtigen. In deren Auto fanden die Polizisten Einbruchswerkzeug und eine gestohlene Geldbörse. Noch mehr kam bei der Wohnungsdurchsuchung bei den Tatverdächtigen zu Tage: Mehr als 200 Beutestücke aus mindestens neun Einbrüchen im Stadtgebiet von Düsseldorf wurden dort entdeckt und sichergestellt.
Hilferufe vernahmen am 9. Dezember 2007 Frauke Buschmann (27) und ihr Freund Casper Koch (30) als sie gegen 1.20 Uhr gemeinsam auf der Sonnenstraße in Höhe Lessingplatz auf dem Heimweg waren. Beide bemerkten, dass dort ein Mann eine Frau hinter einen Altkleidercontainer gezerrt hatte und versuchte, sie zu vergewaltigen. Casper Koch schrie “Halt, bleib stehen!” und nahm die Verfolgung des flüchtenden Täters auf, während sich Frauke Buschmann um die Frau kümmerte. Durch den Lärm aufmerksam geworden, stieß Christian Siedler (27) zu Casper Koch und beteiligte sich an der Verfolgung. Auf der Flucht verlor der Täter seinen Schlüssel. Die Verfolger riefen zwischenzeitlich die Polizei. Die Beamten konnten den Mann unweit des Tatortes festnehmen.
Zeuge eines Überfalls auf einen Drogeriemarkt an der Münsterstraße wurde am 7. Dezember 2007 gegen 14 Uhr Michael Hoffmann (52). Ein maskierter Mann war im Laden und bedrohte soeben die Kassiererin mit einer Pistole als Hoffmann das Geschäft betrat. Darauf ließ der Täter von seinem Vorhaben ab und ergriff die Flucht. Michael Hoffmann versuchte, ihn an seiner Jacke festzuhalten. Der Räuber konnte sich befreien, ließ aber Jacke und Pistole in den Händen des 52-Jährigen zurück. Mit Hilfe einer weiteren Helferin, die gerade mit ihrem Auto vor dem Laden stand,
aber nicht genannt werden möchte, nahm Hoffmann die Verfolgung des Täters auf. Er informierte die Polizei aus dem Auto heraus fortlaufend über die Fluchtrichtung des Räubers. So konnte der Mann schließlich festgenommen werden.
Durch Lärm in einer Nachbarwohnung wurde Hidus Selami (35) in der Nacht des 19. Januar 2008 kurz nach Mitternacht in seiner Wohnung in Hassels aufgeschreckt. Er hörte einen Knall, wohl durch herabstürzende Schränke und Hilferufe aus der benachbarten Souterrainwohnung. Sofort rannte der 35-Jährige zu der Wohnung und brach mit einer Brechstange
die Tür auf. Dort schlugen ihm Rauch und Flammen entgegen. Da er sah, dass von dieser Seite kein Durchkommen war, rannte Selami nach draußen und trat ein Fenster zur Wohnung ein. Gemeinsam mit einem weiteren Nachbarn, der ungenannt bleiben möchte, gelang es ihm, einen Mann aus der in Flammen stehenden Wohnung zu retten. Wie durch ein Wunder erlitt er bei der Rettung “nur” eine Rauchvergiftung. Inzwischen waren jedoch Berahe, die Ehefrau von Hidus Selami, und seine drei Kinder (7, 10 und 11 Jahre) auf den Balkon ihrer Wohnung geflüchtet, da der Fluchtweg durch das völlig verrauchte Treppenhaus abgeschnitten war. Die herbei gerufene Feuerwehr rettete sie und die übrigen Nachbarn per Drehleiter.
Keinen Scherz erlebte Melanie Hintz am 1. April 2007 bei einer Trinkhalle an der Ackerstraße. Ihr war ein Pärchen aufgefallen, das die Halle betreten hatte. Die beiden kauften dort zunächst Bier und tranken es vor dem Laden. Doch zehn Minuten später kehrten sie zurück, gaben zunächst vor, mehr Bier kaufen zu wollen. Als die Kassiererin die Kasse öffnete, um Wechselgeld auszugeben, stieß die Frau sie beiseite und der Mann schnappte sich das Bargeld. Die Kassiererin versuchte noch, die Täterin festzuhalten, wurde aber von ihr umgestoßen. Melanie Hintz, die vor der Trinkhalle stand, eilte der Kassiererin zur Hilfe und konnte sie mit der Angestellten bis zum Eintreffen der Polizei festhalten.
Ordnungsdezernent Werner Leonhardt, Vorsitzender des Kriminalpräventiven Rates, überreichte allen couragierten Bürgern eine silberne Ehrennadel und ein Buchpräsent mit einer Urkunde. “Die Anerkennung der Leistung der Bürger durch die Landeshauptstadt in Form dieser Ehrung soll für alle Düsseldorfer ein zusätzlicher Ansporn zu couragiertem Handeln sein”, erklärte er.
(c)Text: Pressedienst Düsseldorf