Insgesamt wurden 15,5 Millionen Euro investiert – Bachbett naturnah umgestaltet
Der Brückerbach, in den sich bei Hochwasser des Rheins das Wasser zurückstaut, hat jetzt auf beiden Seiten wieder sichere Deiche. Sie sind in zwei Abschnitten seit August 2005 saniert worden. Die Gesamtkosten für das Projekt lagen bei rund 15,5 Millionen Euro. Dazu werden vom Land Nordrhein-Westfalen insgesamt Zuschüsse in Höhe von 80 Prozent der Baukosten erwartet. Neben den reinen Sicherungsmaßnahmen an den Deichen wurde auch der Bach selbst umgestaltet: Die Sohle wurde abgedichtet, das Gefälle reduziert sowie einer zweite Aufstiegsanlage für Fische eingebaut. Bürgermeister Dirk Elbers und Regierungspräsident
Jürgen Büssow nahmen das Projekt am Mittwoch, 9. Juli, offiziell in Betrieb.
Der Brückerbach ist ein Mündungsarm der Südlichen Düssel und durchfließt den Ortsteil Wersten mit einer Gesamtlänge von etwa 2.750 Metern
zwischen dem Wehr an der Werstener Dorfstraße und der Mündung in den Rhein. Seine Deiche schützen vor allem Wersten, Holthausen, Itter, Himmelgeist und Bilk. Aufgrund der Lage innerhalb eines bebauten
innerstädtischen Gebietes war nur ein platzsparender technischer Hochwasserschutz umsetzbar.
Betondichtwand schafft Sicherheit
Die Sanierung der Rückstaudeiche am Brückerbach wurde in zwei Lose aufgeteilt. Das Los 1, die rechte Gewässerseite, wurde von August 2005 bis Mai 2006 saniert. Dabei wurde dieser Deich um 50 Zentimeter erhöht und eine etwa ein Kilometer lange Betondichtwand (FMI Dichtwand) in die zur Wasserseite gelegene Deichkrone eingebaut. Hierbei schlitzte ein Baugerät, vergleichbar mit einer überdimensionierten Kettensäge, den Deich der Länge nach auf. Das dabei aufgelockerte Erdreich wurde im gleichen Arbeitsgang mit einer Zementsuspension zu Beton vermischt. In den noch frischen Beton wurden Stahlträger eingesetzt, um die erforderliche Stabilität der Wand zu erreichen. Der Fuß der Wand reicht bis zu 6,70 Meter tief in das Erdreich, womit eine Unterspülung verhindert wird. Nach Fertigstellung wurde die Betondichtwand mit Erdreich überdeckt und in den Deich integriert. Der Fuß- und Radweg auf der Deichkrone wurde wieder hergestellt und auf den Deichböschungen Rasen eingesät. Der Weg auf der Landseite des Deiches wurde teilweise als Deichverteidigungsweg ausgebaut. Zur rückwärtigen Sicherung des Weges wurde eine etwa 100 Meter lange Spundwand errichtet, die entlang der Grundstücksgrenze parallel zum Weg verläuft. Dadurch konnte die Böschung steiler angelegt und die Inanspruchnahme privater Grundstücke deutlich reduziert werden. Auf der Deichkrone wurde ein Fuß- und Radwanderweg ausgebaut, der im Bereich
des Botanischen Gartens gleichzeitig als Deichverteidigungsweg genutzt wird.
Die Arbeiten für das Los 2, die linke Gewässerseite, begannen im Januar 2007 und wurden gerade abgeschlossen. Um dort die Hochwassersicherheit zu erhöhen, wurde auf einer Strecke von rund 1,9 Kilometern eine Hochwasserschutzwand errichtet, die bis zu 10,50 Meter tief ins Erdreich einbindet. Da der Deich auf dieser Seite niedriger war als auf der rechten Seite, ragt die Hochwasserschutzwand etwa einen Meter aus der Deichkrone heraus. Dieser sichtbare Bereich der Wand wurde verklinkert, um ihn optisch attraktiv in die Umgebung einzugliedern.
Fünf Deichtore errichtet
Die neu errichteten Wege durchkreuzen an fünf Stellen die Hochwasserschutzwand. Hier wurden Deichtore eingebaut, die im Bedarfsfall mit Aluminium Balken verschlossen werden. Der Deichverteidigungsweg wurde dort zum Großteil unterhalb der Deichkrone auf einer Auflastberme, wie es die Fachleute nennen, angelegt und mit begrünten Pflastersteinen versehen. Auf der Deichkrone wurde ein Rad- und Spazierweg angelegt, der in Teilbereichen auch als Deichverteidigungsweg genutzt
werden kann. Zur Sicherung des Deiches auf der Landseite wurde eine zusätzliche rückwärtige Wand mit einer Tiefe von bis zu 5,10 Meter errichtet, die sich vollständig im Erdreich befindet. Die Wände wurden größtenteils durch eine so genannte “Erdbeton-Damminnendichtung” (FMI-Dichtwand) wie bei Los 1 erstellt.
Der Brückerbach wurde einst künstlich als Kanal angelegt, um beispielsweise nach starken Regenfällen überschüssiges Düsselwasser auf kurzem Weg in den Rhein abzuführen. Die Deichsanierung wurde nun genutzt, um naturnahe Strukturen im Bachbett zu verwirklichen: Der künstliche Zustand des Gewässers wurde auf einer Länge von 1,6 Kilometern naturnäher umgestaltet. Auch wurde das starke Gefälle, das mit den Jahren im Brückerbach entstanden war, auf ein Minimum reduziert. Der Bach kann nun wieder mäandrieren. Neu gesetzte Wasser- und Uferpflanzen komplettieren das Bild. Dabei wurde auch eine Fischaufstiegsanlage integriert. Eine weitere Fischaufstiegsanlage wurde zur Überwindung eines vorhandenen Absturzes am Spaltwerk Werstener Dorfstraße gebaut. Der Absturz in der Nähe des Rheins war bereits 2005 durch eine Fischtreppe ersetzt worden.
Die reinen Baukosten für Los 1 betrugen 1,7 Millionen Euro und für Los 2 rund 10,2 Millionen Euro. In den Gesamtkosten von 15,5 Millionen Euro ist auch der Grunderwerb enthalten.
(c)Text: Pressedienst Düsseldorf